Hightech mit Wachstum
Photonics in Graubünden
Wir sind eher End-to-End aufgestellt, beziehen die Anwendung viel stärker mit ein und sind tendenziell weniger komponentenorientiert als andere Photonicsstandorte.
Christian Eric Thöny Verwaltungsratspräsident, CEDES AG
Licht als Schlüsseltechnologie
Photonics verbindet Technologie und Anwendung
Photonics umfasst Technologien, die Licht erzeugen, übertragen, steuern, messen oder detektieren. Sie bilden die Grundlage für optische Sensoren, Laser, Bildverarbeitung, Messtechnik und zahlreiche weitere Anwendungen – von Life Sciences und Medizintechnik über industrielle Automation bis zu Robotik und autonomen Systemen.
Ihre besondere Stärke liegt im Querschnittscharakter der Technologie. Photonics verbindet unterschiedliche Stufen der Wertschöpfung: von Materialien und optischen Komponenten über integrierte Produkte und Systeme bis hin zu industriellen Anwendungen und Dienstleistungen. Genau darin liegt eine besondere Chance für Graubünden: Photonics wird nicht isoliert betrachtet, sondern konsequent aus Sicht der Anwendung und Industrialisierung gedacht.
Gute Ideen brauchen Nachbarn
Ein Cluster entlang der Wertschöpfungskette
Erfolgreiche Technologiecluster entstehen dort, wo spezialisierte Unternehmen, Zulieferer, Industrialisierungspartner, Anwender und Forschung eng zusammenarbeiten. Im Bündner Rheintal bildet eine vielseitige industrielle Basis die Grundlage dafür. Unternehmen wie CEDES im Bereich optoelektronischer Sensorlösungen, Profatec in der Präzisionsfertigung oder GRITEC in der Entwicklung, Automation und Industrialisierung prägen dieses Umfeld. Weitere Kompetenzen in Elektronik, Sensorik und Mechatronik bringen unter anderem Variosystems, Polycontact und WITTENSTEIN ein. Auf der Anwendungs- und Systemseite tragen international tätige Unternehmen wie Hamilton, INTEGRA Biosciences und TRUMPF zur Breite des industriellen Netzwerks bei.
Über die Kantonsgrenze hinaus setzt sich dieses Technologie-Ökosystem entlang des Alpenrheins fort. Dazu gehören unter anderem ESPROS Photonics in Sargans mit Halbleiter- und Time-of-Flight-Sensorik, Evatec in Trübbach mit Produktionstechnologien für Dünnschichten und Photonics sowie SwissOptic und Leica Geosystems in Heerbrugg mit Kompetenzen in Präzisionsoptik und industrieller Messtechnik. In Liechtenstein erweitern Materion Balzers Optics und INFICON das Umfeld um Präzisionsoptik, Beschichtungs- und Messtechnologien; mit Hilti und Ivoclar kommen weitere international tätige Technologieunternehmen und industrielle Anwender hinzu.
Die besondere Stärke liegt in dieser End-to-End-Ausrichtung: In kurzer Distanz treffen Kompetenzen aus Halbleiter- und Sensortechnologie, Präzisionsoptik und Beschichtungen auf Elektronik, Automation und Industrialisierung sowie auf konkrete Anwendungen in Life Sciences, Medizintechnik, Automation und industrieller Messtechnik. Für ansiedlungsinteressierte Photonics-Unternehmen entsteht damit Zugang zu potenziellen Zulieferern, Entwicklungs- und Produktionspartnern sowie industriellen Anwendern – und zu einem Umfeld, in dem neue Technologien entwickelt, industrialisiert und skaliert werden können.
Überblick der Standortvorteile in Graubünden:
| Industrialisierung | Entwicklung, Test und Produktion können räumlich eng miteinander verbunden werden. |
|---|---|
| Forschung und Technologietransfer | Anwendungsorientierte Forschungsinstitutionen unterstützen bei Entwicklungsfragen und beim Transfer neuer Technologien in marktfähige Produkte. |
| Fachkräfte | Die FH Graubünden bildet mit der Studienrichtung Optoelectronics (Photonics) gezielt Ingenieurinnen und Ingenieure für lichtbasierte Technologien aus. |
| Wachstum | Erschlossene Industrieflächen bieten Möglichkeiten für zusätzliche Entwicklungsflächen, Labore und Produktionskapazitäten. |
| Förderung | Je nach Vorhaben können Instrumente für Forschung, Entwicklung, Innovation und Unternehmenswachstum geprüft werden |
| Kurze Wege | Unternehmen erhalten Zugang zu relevanten Institutionen, Partnern und der kantonalen Verwaltung. |
Von Forschung zur Anwendung
Wissen, das in Produkte fliesst
Für Hightech-Unternehmen ist nicht allein entscheidend, wie viel Forschung an einem Standort stattfindet. Entscheidend ist, wie schnell relevantes Wissen in die industrielle Anwendung gelangt.
Mit der FH Graubünden und dem CSEM in Landquart stehen Unternehmen dafür zwei anwendungsorientierte Partner zur Verfügung. Die FH Graubünden verbindet Ausbildung und angewandte Forschung eng mit der regionalen Industrie. Ihre Studienrichtung Optoelectronics (Photonics) sowie das Photonics- und Optoelektronik-Labor schaffen gleichzeitig Zugang zu spezialisierten Fachkräften und technischer Infrastruktur.
Das CSEM ergänzt dieses Umfeld als Technologie-Innovationszentrum und schafft Zugang zu Kompetenzen und Forschungsnetzwerken, die einzelne Unternehmen nicht vollständig selbst aufbauen müssen. Unternehmen können dadurch externes Know-how für konkrete Entwicklungsfragen nutzen und anschliessend in die eigenen Produkte und Prozesse überführen.
Gerade für Unternehmen, die einen neuen Standort aufbauen, reduziert ein solches Umfeld die Distanz zwischen Forschung, Entwicklung und industrieller Umsetzung.