In Graubünden
Verfügbare Ressourcen für Unternehmen
Die Energieversorgung im Kanton Graubünden erfolgt sicher, wirtschaftlich und mit einheimischer, erneuerbarer Energie.
Kantonaler Richtplan Energie Graubünden
Energie aus eigener Kraft
Wasserkraft als industrielles Rückgrat
Graubünden zählt zu den wichtigsten Wasserkraftregionen der Schweiz und produziert jährlich über 8’000 GWh Strom bei einem kantonalen Bedarf von rund 2’000 GWh. Mehr als 50 Stauseen sowie Speicher- und Laufwasserkraftwerke schaffen eine stabile, flexible Energieversorgung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität. Ergänzt wird die Wasserkraft zunehmend durch Photovoltaik, Biomasse, Windenergie und Umgebungswärme.
Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von mehr als 100 MWh können ihren Stromlieferanten frei wählen und die Beschaffung auf ihr Verbrauchsprofil abstimmen. Die effektiven Kosten hängen jedoch vom Standort, der Netzebene, dem Lastprofil, den Netztarifen, Abgaben sowie möglichen Anschluss- und Ausbaukosten ab. Deshalb gibt es keinen einheitlichen Industriestrompreis für Graubünden; Tarifbeispiele dienen lediglich als Orientierung und ersetzen keine individuelle Offerte.
Tarifbeispiele 2026
Die folgenden Angaben dienen ausschliesslich der Orientierung und sind als grobe Richtwerte zu verstehen. Sie sind nicht direkt vergleichbar und ersetzen keine auf den Standort und das Verbrauchsprofil abgestimmte Offerte. Alle Angaben verstehen sich exklusive Mehrwertsteuer.
Der ausgewiesene Standardenergiepreis gilt nicht zwingend für Kunden am freien Strommarkt: Sie beziehen ihre Energie von einem Anbieter ihrer Wahl, während die regulierten Netznutzungsentgelte und Abgaben am jeweiligen Standort weiterhin gelten.
| IBC Chur, Stromnetz G, Jahresbezug über 50 MWh | Standardenergie 11,90 Rp./kWh; Netznutzung 9,50 Rp./kWh; Systemdienstleistungen 0,73 Rp./kWh; Bundesabgabe 2,30 Rp./kWh; Konzessionsabgabe 2,00 Rp./kWh; zusätzlich Leistungstarif und Messkosten |
|---|---|
| IBC Chur, Anschluss auf Netzebene 5 | Standardenergie 11,90 Rp./kWh; Netznutzung 5,90 Rp./kWh; Systemdienstleistungen 0,73 Rp./kWh; Bundes- und Konzessionsabgaben; zusätzlich Leistungstarif und Messkosten |
| Repower, Anschluss auf Netzebene 5 | Standardenergie 9,60 Rp./kWh; Netznutzung 3,60 Rp./kWh; Systemdienstleistungen, Stromreserve und solidarisierte Kosten zusammen 0,73 Rp./kWh; Bundesabgabe 2,30 Rp./kWh; Gemeindeabgabe individuell; zusätzlich Grund-, Leistungs- und Messpreise |
| Repower, Anschluss auf Netzebene 3 | Standardenergie 9,60 Rp./kWh; Netznutzung 2,00 Rp./kWh; Systemdienstleistungen, Stromreserve und solidarisierte Kosten zusammen 0,73 Rp./kWh; Bundesabgabe 2,30 Rp./kWh; Gemeindeabgabe individuell; zusätzlich Grund-, Leistungs- und Messpreise |
Digital leistungsfähig
Ultrahochbreitband, Glasfaser und 5G
In Graubünden stehen je nach Standort Glasfaser-, Koaxial- und weitere Breitbandanschlüsse zur Verfügung.
Der Kanton unterstützt den Ausbau von Ultrahochbreitband gezielt auch ausserhalb der grossen Zentren. Damit sollen symmetrische Anschlüsse mit mehr als 100 Mbit/s ermöglicht werden.
Auch die Mobilfunknetze werden kontinuierlich ausgebaut. Ende 2025 erreichten Swisscom und Sunrise nach eigenen Angaben jeweils mindestens 99 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit 5G. Salt gab technologieübergreifend eine Bevölkerungsabdeckung von 99,9 Prozent an. Da Bevölkerungsabdeckung nicht mit einer flächendeckenden geografischen Abdeckung gleichzusetzen ist, sollten Empfang, Kapazität und Redundanz für jedes Industrieareal separat geprüft werden.
Energie für hohe Temperaturen
Gas für ausgewählte industrielle Prozesse
Gas steht in Graubünden insbesondere entlang der Wirtschafts- und Siedlungsachse im Bündner Rheintal bis Thusis zur Verfügung. Der kantonale Richtplan sieht Gas mittel- und langfristig vor allem dort vor, wo es technisch nur schwer zu ersetzen ist: bei Hochtemperatur-Prozesswärme in Industrie und Gewerbe sowie punktuell für die Spitzenlastabdeckung von Wärmenetzen.
Neben Erdgas stehen Produkte mit unterschiedlichen Biogasanteilen zur Verfügung. Ob ein Grundstück erschlossen werden kann und welche Anschlussleistung verfügbar ist, muss jedoch frühzeitig mit dem Netzbetreiber geklärt werden.
Als Orientierung weist der IBC-Industrietarif 2026 für Unternehmen mit einem Verbrauch von mehr als fünf Millionen kWh einen Energiepreis von 4,70 Rp./kWh aus. Hinzu kommen Netznutzung, Leistungspreise, Grundpreis, CO₂-Abgabe, Konzessionsabgabe und die Abgabe zur Sicherstellung der Winterversorgung.
Lokale Energiequellen nutzen
Wärme-, Kälte- und Anergienetze
In Chur, Domat/Ems und Maienfeld stehen Unternehmen Wärme- und Anergienetze zur Verfügung. Sie nutzen lokale Energiequellen wie Grundwasser, industrielle Abwärme und Energie aus der Abfallverwertung und ermöglichen eine effiziente Versorgung mit Wärme und teilweise auch Kälte.
Die Lösungen eignen sich besonders für Produktionsbetriebe, Labors, Rechenzentren und gemischt genutzte Areale. Verfügbarkeit, Anschlussleistung und Kosten werden jeweils standortbezogen geprüft.
Mit Ressourcenmärkten verbunden
Rohstoffe und Komponenten über Strasse und Schiene
Über die A13 sind Bündner Unternehmen direkt mit den Beschaffungs- und Absatzmärkten der Schweiz und Europas verbunden. Die zentrale Nord-Süd-Achse erschliesst die Deutschschweiz, das Tessin und Norditalien. Zahlreiche Industrie- und Gewerbegebiete im Bündner Rheintal liegen in unmittelbarer Nähe zu Anschlussstellen und profitieren dadurch von kurzen Transportwegen.
Eine zentrale Rolle für den Schienengüterverkehr spielt der Umschlagplatz Landquart. Dort können Container, konventionelle Güter, Mineralöl, Rundholz sowie schwere und grossvolumige Transporte zwischen Strasse, Schweizer Normalspurnetz und Rhätischer Bahn umgeschlagen werden. Über das Netz der Rhätischen Bahn gelangen die Güter anschliessend zu mehr als 30 Bedienpunkten in verschiedenen Regionen Graubündens.
Regionale Rohstoffe für vielfältige Wertschöpfung
Natürliche Ressourcen
Graubünden verfügt über bedeutende natürliche Ressourcen. Für Unternehmen müssen Wasserbezug, Rohstoffverfügbarkeit und nutzbare Flächen dennoch immer standort- und projektbezogen geprüft werden.
Wasser für unterschiedliche Anforderungen
Als Alpenkanton ist Graubünden Teil des «Wasserschlosses Europas» und verfügt über vielfältige Wasserressourcen. Kommunale Versorgungsnetze stellen Trink- und Brauchwasser bereit. Bei grösserem Prozess- oder Kühlwasserbedarf prüfen wir gemeinsam mit Gemeinden und Versorgern die verfügbare Menge, Netzkapazität und Wasserqualität. Entnahmen aus Grund- oder Oberflächengewässern sowie die Einleitung industrieller Abwässer können bewilligungs- oder konzessionspflichtig sein.
Wertvolle Rohstoffe aus der Region
Graubünden bietet Zugang zu regionalen Ressourcen wie Kies, Sand, Naturstein, Holz und landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Rund 30 Prozent des Kantons sind bewaldet; der Holzvorrat beträgt etwa 54 Millionen m³. Hinzu kommen über 2’000 Landwirtschaftsbetriebe, davon rund 1’240 Biobetriebe, mit einer Nutzfläche von mehr als 56’000 ha. Diese Basis eröffnet Potenziale für die Bau-, Holz-, Energie- und Lebensmittelwirtschaft sowie für regionale Wertschöpfungsketten.
Raum für unternehmerisches Wachstum
Graubünden ist mit 7’105 km² der grösste Kanton der Schweiz und bietet Raum für langfristige Unternehmensentwicklungen. Da nur rund zwei Prozent der Kantonsfläche als Siedlungsfläche genutzt werden, konzentriert sich das Angebot auf gezielt erschlossene Standorte. Unternehmen stehen insgesamt über 300’000 m² Industrieflächen zur Verfügung. Wir unterstützen Sie dabei, die passende Fläche mit den benötigten Energie-, Wasser-, Digital- und Verkehrsanschlüssen zu finden.
Den passenden Ressourcenmix finden
Jeder Industriestandort hat ein eigenes Versorgungsprofil
Die verfügbaren Ressourcen unterscheiden sich je nach Region und Industrieareal. Wir unterstützen Unternehmen dabei, die entscheidenden Standortfragen frühzeitig zu klären – von Stromanschluss, Energiekosten sowie Wärme-, Kälte- und Gasversorgung über Glasfaser und 5G bis hin zu Strassenanbindung, Bahnanschluss und Umschlagmöglichkeiten. Gemeinsam mit Netzbetreibern, Gemeinden und weiteren Partnern schaffen wir Transparenz über Verfügbarkeit, Investitionsbedarf, Realisierungszeiten und laufende Betriebskosten.